| Publikationen UNHCR Global Trends Reports zu Flucht und Vertreibung
Das UNHCR veröffentlichte den aktualisierten Bericht ''Global Trends Report'':
UNHCR 2020 Global Trends Report – Eckdaten
- 82,4 Millionen Vertriebene auf der Welt [79,5 Millionen 2019], ein Plus von vier Prozent
- 26,4 Millionen Flüchtlinge [26 Millionen 2019] einschließlich
- 20,7 Millionen Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat [20,4 Millionen]
- 5,7 Millionen Palästinenser unter UNRWA-Mandat [5,6 Millionen]
- 48 Millionen Binnenvertriebene [45,7 Millionen]
- 4,1 Millionen Asylsuchende [4,1 Millionen]
- 3,9 Millionen geflüchtete Venezolaner [3,6 Millionen]
- 26,4 Millionen Flüchtlinge [26 Millionen 2019] einschließlich
- 2020 ist das neunte Jahr in Folge, in dem die Zahl der weltweit zur Flucht gezwungenen Menschen gestiegen ist. Heute ist ein Prozent der Weltbevölkerung vertrieben, und es gibt doppelt so viele gewaltsam vertriebene Menschen wie 2011, als die Gesamtzahl knapp unter 40 Millionen lag.
- Mehr als zwei Drittel aller Menschen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind, kamen aus nur fünf Ländern: Syrien (6,7 Millionen), Venezuela (4,0 Millionen), Afghanistan (2,6 Millionen), Südsudan (2,2 Millionen) und Myanmar (1,1 Millionen).
- Die große Mehrheit der Flüchtlinge in aller Welt - fast neun von zehn Flüchtlingen (86 Prozent) - wird von Ländern aufgenommen, die an Krisengebiete grenzen und Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind. Die am wenigsten entwickelten Länder gewährten 27 Prozent aller Flüchtlinge Asyl.
- Im siebten Jahr in Folge gewährte die Türkei der weltweit größten Zahl von Flüchtlingen Schutz (3,7 Millionen), gefolgt von Kolumbien (1,7 Millionen, einschließlich der ins Ausland vertriebenen Venezolaner), Pakistan (1,4 Millionen), Uganda (1,4 Millionen) und Deutschland (1,2 Millionen).
- Die Zahl der anhängigen Asylanträge blieb weltweit auf dem Niveau von 2019 (4,1 Millionen), aber die Staaten und UNHCR registrierten zusammen etwa 1,3 Millionen individuelle Asylanträge, das sind eine Million weniger als 2019 (43 Prozent weniger).
In der zugehörigen Pressemitteilung des UNHCR vom 18.06.2021, fordert das Flüchtlingshilfswerk eine weltweite Verstärkung der Bemühungen um Frieden, Stabilität und Zusammenarbeit. Der weiter anhaltende Trend zu mehr Flucht und Vertreibung, welche durch Gewalt und Verfolgung ausgelöst werden, müsse gestoppt werden. Trotz dieses Anstieges, sank die Zahl der Zugänge in Deutschland im vierten Jahr in Folge deutlich. Mit 102 600 neuen Asylanträgen verzeichnete die Bundesrepublik die seit Jahren geringste Zahl.
„Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch, der aus seiner Heimat vertrieben wurde, und ein Schicksal von Flucht, Entwurzelung und Leid", sagte der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Filippo Grandi. „Jeder Einzelne verdient unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung – nicht nur durch humanitäre Hilfe, sondern indem Lösungen zur Beendigung ihrer Not gefunden werden. Die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 und der Globale Pakt für Flüchtlinge sind der rechtliche Rahmen und das Werkzeug, um auf Vertreibung zu reagieren. Wir brauchen aber einen viel stärkeren politischen Willen, um Konflikte und Verfolgung, die Menschen überhaupt erst zur Flucht zwingen, anzugehen."
Die Pressemitteilung finden Sie hier.
Der UNHCR-Bericht „Global Trends" und begleitende mehrsprachige Multimedia-Inhalte sind hier verfügbar.